In Produktionshallen, Werkstätten und industriellen Anlagen entstehen täglich Staub, Späne, Pulver, Flüssigkeiten oder andere Rückstände. Was auf den ersten Blick nach einer einfachen Reinigungsaufgabe aussieht, kann in der Praxis eine technische Herausforderung sein: Das Saugmedium muss zuverlässig aufgenommen, sicher gefiltert und anschließend kontrolliert gesammelt oder entsorgt werden.
Genau hier kommen Industriesauger ins Spiel. Sie sind nicht einfach größere Haushaltsstaubsauger, sondern speziell für industrielle Anwendungen entwickelte Maschinen. Je nach Ausführung können sie beispielsweise Metallspäne, Feinstaub, Flüssigkeiten, Öl, Produktionsrückstände oder gesundheitsgefährdende und explosionsfähige Stäube aufnehmen.
Delfin entwickelt seit mehr als 30 Jahren industrielle Absauglösungen und unterscheidet dabei unter anderem zwischen Hochleistungs-Industriesaugern, Industrie-Entstaubern, zentralen Absauganlagen und pneumatischen Fördersystemen.
Was ist ein Industriesauger?
Ein Industriesauger ist eine für den gewerblichen und industriellen Einsatz konzipierte Absaugmaschine. Seine Aufgabe besteht darin, feste, flüssige oder pulverförmige Saugmedien aufzunehmen, abzuscheiden und sicher zu sammeln.
Dabei können Industriesauger für sehr unterschiedliche Anwendungen ausgelegt sein:
- Staub und Feinstaub
- Metallspäne
- Kunststoffreste
- Pulver und Granulate
- Öl und Kühlschmierstoffe
- Flüssigkeiten
- Produktionsrückstände
- gesundheitsgefährdende Stäube
- brennbare oder explosionsfähige Saugmedien
Daher kommt es in erster Linie nicht auf die Frage an, wie leistungsstark ein Industriesauger ist, sondern vielmehr darauf, was abgesaugt werden soll und zu welchen Bedingungen.
Delfin bietet entsprechend unterschiedliche Lösungen für Staub, Feststoffe, Flüssigkeiten, Öl und Späne, schwebende Stäube sowie explosionsfähige und gesundheitsgefährdende Saugmedien an.
Wie funktioniert ein Industriesauger?
Das Grundprinzip ist einfach: Eine Saugeinheit erzeugt einen Unterdruck. Dadurch entsteht ein Druckunterschied zwischen der Umgebung und dem Inneren des Saugers. Luft und Saugmedium werden durch den Saugschlauch in das Gerät transportiert.
Im Inneren übernimmt anschließend das Filtersystem beziehungsweise die Abscheidung die Trennung von Luft und Saugmedium.
Vereinfacht lässt sich der Prozess so darstellen:
1. Die Saugeinheit erzeugt den erforderlichen Unterdruck
Je nach Modell kommen beispielsweise Seitenkanalverdichter, Venturi-Systeme oder andere Saugeinheiten zum Einsatz. Bei der Auswahl spielen insbesondere Unterdruck und Luftleistung eine Rolle. Welche Kombination erforderlich ist, hängt stark vom Saugmedium und der Anwendung ab. Schwere oder abgelagerte Materialien benötigen beispielsweise häufig einen ausreichend hohen Unterdruck, um das Material zuverlässig aufzunehmen und durch Schlauch oder Rohrleitung zu transportieren. Bei schwebenden Stäuben steht dagegen eine hohe Luftleistung und damit die Erfassung des Staubes im Vordergrund. Delfin weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass bei der Auswahl zwischen Industriesauger und Industrie-Entstauber unterschiedliche lufttechnische Parameter entscheidend sind.
2. Das Saugmedium wird aufgenommen
Über Schlauch, Rohrleitung, Düse oder spezielles Zubehör gelangt das Material in den Industriesauger. Welche Ausführung sinnvoll ist, hängt unter anderem von Partikelgröße, Gewicht, Materialeigenschaften, Menge, Feuchtigkeit, Temperatur, Brennbarkeit, Gesundheitsgefährdung und Entfernung zur Absaugstelle ab. Ein Metallspan stellt beispielsweise völlig andere Anforderungen als ein feiner pharmazeutischer Wirkstoff oder eine Flüssigkeit.
3. Das Saugmedium wird abgeschieden und gefiltert
Im Inneren des Industriesaugers wird das aufgenommene Saugmedium von der angesaugten Luft getrennt. Grobe und schwere Partikel setzen sich zunächst im Sammelbehälter ab. Je nach Bauart können dabei beispielsweise Zyklonabscheider, Vorabscheider oder spezielle Filterstufen zum Einsatz kommen. Feinere Staubpartikel werden anschließend durch das Filtersystem zurückgehalten. Welcher Filter erforderlich ist, hängt unter anderem von der Partikelgröße, dem Saugmedium und den Anforderungen an die Luftreinheit ab. Je nach Anwendung kommen beispielsweise Patronenfilter, Taschenfilter oder HEPA-Filter zum Einsatz.
Auch die Filterreinigung spielt eine wichtige Rolle: Sie verhindert, dass sich der Filter mit Staub zusetzt und dadurch die Saugleistung nachlässt. Je nach Industriesauger kann die Reinigung beispielsweise mechanisch, manuell oder über ein automatisches Abreinigungssystem erfolgen.
4. Die gefilterte Luft wird wieder abgegeben
Nachdem das Saugmedium abgeschieden und die Luft durch das Filtersystem gereinigt wurde, strömt die Luft weiter durch die Saugeinheit und wird anschließend wieder an die Umgebung abgegeben. Damit dabei möglichst keine gesundheitsgefährdenden oder besonders feinen Partikel in die Umgebung gelangen, muss das Filtersystem auf die jeweilige Anwendung abgestimmt sein. Bei entsprechend hohen Anforderungen können beispielsweise HEPA-Filter eingesetzt werden. Bei gefährlichen oder brennbaren Stäuben sind darüber hinaus spezielle Sicherheits- und Schutzkonzepte erforderlich. Der Industriesauger erfüllt damit zwei Aufgaben gleichzeitig: Er nimmt das Saugmedium zuverlässig auf und sorgt durch die geeignete Abscheidung und Filtration dafür, dass die gereinigte Luft kontrolliert wieder in die Umgebung gelangt.
Welche Rolle spielt der Filter?
Der Filter ist eine der wichtigsten Komponenten eines Industriesaugers. Er hält die Partikel aus dem Luftstrom zurück und trägt damit wesentlich zur sicheren und effizienten Abscheidung bei.
Je nach Anwendung kommen unterschiedliche Filterlösungen zum Einsatz. Dazu gehören beispielsweise Filter für industrielle Stäube, antistatische Filter oder HEPA-Filter für besonders hohe Anforderungen an die Filtration.
Dabei gilt: Filterklasse und Filterfläche sind nicht dasselbe.
Ein Filter muss nicht nur für das Saugmedium geeignet sein. Auch die verfügbare Filterfläche, die Staubbelastung und die Art der Filterabreinigung beeinflussen die Leistungsfähigkeit und Standzeit.
Gerade bei großen Staubmengen ist eine geeignete Abscheidung entscheidend. Bei bestimmten Delfin-Hochleistungs-Industriesaugern wird der belastete Luftstrom beispielsweise so geführt, dass bereits ein großer Teil des Materials vor dem Filter abgeschieden wird. Dadurch kann die Belastung der Filterfläche reduziert werden.
Was ist der Unterschied zwischen Luftleistung und Unterdruck?
Diese beiden Begriffe werden bei Industriesaugern häufig verwechselt.
Unterdruck
Der Unterdruck beschreibt vereinfacht, wie stark der Sauger ziehen kann. Er ist insbesondere bei schweren Materialien, langen Leitungen oder höheren Druckverlusten relevant.
Luftleistung
Die Luftleistung beschreibt, wie viel Luft pro Zeit bewegt wird – beispielsweise in m³/h. Sie ist besonders wichtig, wenn Staub oder andere leichte Partikel erfasst und transportiert werden sollen.
Deshalb bedeutet ein höherer Unterdruck nicht automatisch, dass ein Industriesauger für jede Anwendung besser geeignet ist. Entscheidend ist die Abstimmung von Unterdruck, Luftleistung, Schlauchdurchmesser, Leitungslänge, Filter und Saugmedium.
Industriesauger oder Industrie-Entstauber: Wo liegt der Unterschied?
Eine der wichtigsten Fragen bei der industriellen Absaugung lautet:
Benötige ich einen Industriesauger oder einen Industrie-Entstauber?
Eine vereinfachte Unterscheidung lautet:
- Industriesauger:
für die Aufnahme bereits abgelagerter Saugmedien. - Industrie-Entstauber:
für die Erfassung von Staub möglichst direkt an seiner Entstehungsquelle.
Beispielsweise können Metallspäne, die bereits auf einer Maschine oder dem Hallenboden liegen, mit einem geeigneten Industriesauger aufgenommen werden. Entsteht dagegen während eines Bearbeitungsprozesses kontinuierlich schwebender Staub, kann eine geeignete Entstaubung direkt an der Maschine erforderlich sein.
Die richtige Lösung hängt deshalb nicht nur vom Material, sondern auch vom Entstehungsprozess ab.
Welche Arten von Industriesaugern gibt es?
Industriesauger werden für sehr unterschiedliche Einsatzbedingungen entwickelt. Zu den wichtigsten Varianten gehören:
Wechselstrom-Industriesauger eignen sich besonders für kleinere bis mittlere Anwendungen, bei denen Flexibilität und eine einfache Handhabung gefragt sind. Sie können beispielsweise für die allgemeine Maschinenreinigung, das Aufsaugen von Staub, Spänen oder Produktionsrückständen eingesetzt werden.
Drehstrom-Industriesauger sind für anspruchsvolle und häufige Einsätze in industriellen Produktionsumgebungen ausgelegt. Dank ihrer leistungsstarken Motoren eignen sie sich auch für den Dauerbetrieb und das Absaugen größerer Mengen an Staub, Spänen oder anderen Produktionsrückständen.
Druckluft-Industriesauger werden mit Druckluft betrieben und sind daher besonders interessant für Bereiche, in denen kein Stromanschluss vorhanden ist oder elektrische Geräte nicht eingesetzt werden sollen. Je nach Ausführung eignen sie sich zum Aufnehmen von Staub, Feststoffen, Flüssigkeiten und anderen industriellen Medien.
Für Anwendungen mit potenziell explosionsfähigen Atmosphären beziehungsweise brennbaren Stäuben gelten besondere Anforderungen. Hier müssen Sauger, Komponenten und Einsatzbedingungen aufeinander abgestimmt sein. Delfin bietet entsprechend zertifizierte ATEX-/Ex-Lösungen für unterschiedliche Zonen und Anwendungen an.
Bei gesundheitsgefährdenden Saugmedien sind geeignete Filtration, sichere Abscheidung und je nach Anwendung weitere Schutzmaßnahmen erforderlich. Delfin bietet hierfür unter anderem Lösungen für die Staubklassen L, M und H beziehungsweise Asbest-Anwendungen an.
Wie wählt man den richtigen Industriesauger aus?
Die Auswahl sollte immer mit dem Saugmedium und dem konkreten Prozess beginnen.
Stellen Sie sich zunächst folgende Fragen:
1
Was soll abgesaugt werden?
Staub, Metallspäne, Flüssigkeit, Öl, Pulver oder eine Kombination?
2
Welche Eigenschaften hat das Material?
Ist es fein, schwer, abrasiv, klebrig, feucht, leitfähig oder brennbar?
3
Wo entsteht das Saugmedium?
Liegt es bereits auf dem Boden oder muss es direkt an einer Maschine erfasst werden?
4
Wie viel Material fällt an?
Eine gelegentliche Reinigung stellt andere Anforderungen als ein kontinuierlicher Produktionsprozess.
5
Wie weit muss das Material transportiert werden?
Schlauchlänge, Rohrleitungen und Höhenunterschiede beeinflussen die erforderliche Saugleistung.
6
Besteht ein besonderes Sicherheitsrisiko?
Bei brennbaren, explosionsfähigen oder gesundheitsgefährdenden Stäuben müssen die entsprechenden technischen Anforderungen berücksichtigt werden.
Erst aus diesen Informationen lässt sich sinnvoll bestimmen, welche Luftleistung, welcher Unterdruck, welche Filtertechnik, welcher Sammelbehälter und welche Ausführung tatsächlich erforderlich sind.
Industriesauger sind Teil einer industriellen Absauglösung
Ein Industriesauger muss nicht immer eine alleinstehende Maschine sein. Bei komplexeren Produktionsprozessen können auch zentrale Absauganlagen, Vorabscheider oder pneumatische Fördersysteme sinnvoll sein.
Bei sehr großen Materialmengen können Hochleistungs-Industriesauger beispielsweise nicht mehr nur als Reinigungsgeräte betrachtet werden. Sie können als leistungsfähige Saugeinheiten für Materialtransport und pneumatische Förderung eingesetzt und in zentrale Absaugsysteme integriert werden.
Damit wird deutlich: Industrielle Absaugtechnik beginnt nicht beim Kauf eines möglichst starken Saugers. Sie beginnt mit der technischen Analyse der Anwendung. Ob Staub, Metallspäne, Öl, Flüssigkeiten, Pulver oder explosionsfähige Saugmedien: Die richtige Lösung hängt immer vom Material und vom Einsatzfall ab.
Delfin entwickelt seit mehr als 30 Jahren Industriesauger und individuelle Absauglösungen für unterschiedliche Branchen – von der Metallverarbeitung und Schwerindustrie bis zur Lebensmittel-, Pharma- und additiven Fertigung.
Wenn Sie unsicher sind, welcher Industriesauger für Ihre Anwendung geeignet ist, sollten Sie deshalb nicht allein nach Motorleistung oder Behältervolumen entscheiden. Eine fachgerechte Auslegung berücksichtigt das Saugmedium, die erforderliche Luftleistung und den Unterdruck ebenso wie Filtertechnik, Sicherheitsanforderungen, Einsatzdauer und Entleerung.
Häufig gestellte Fragen zu Industriesaugern
Ein Industriesauger ist eine für industrielle und gewerbliche Anwendungen entwickelte Absaugmaschine. Er kann je nach Ausführung Staub, Feststoffe, Flüssigkeiten, Öl, Späne, Pulver oder spezielle gefährliche Saugmedien aufnehmen, filtern und sammeln.
Industriesauger sind für deutlich anspruchsvollere Einsatzbedingungen ausgelegt. Sie können beispielsweise für große Materialmengen, Dauerbetrieb, schwere Feststoffe, Flüssigkeiten, Feinstaub oder besondere Sicherheitsanforderungen wie ATEX ausgelegt werden.
Beides ist wichtig, aber für unterschiedliche Aufgaben. Ein hoher Unterdruck ist beispielsweise bei schweren Saugmedien und höheren Druckverlusten relevant. Eine hohe Luftleistung spielt dagegen insbesondere bei der Erfassung und dem Transport von leichten oder schwebenden Stäuben eine wichtige Rolle. Die erforderliche Kombination hängt von der konkreten Anwendung ab.
Wenn brennbare beziehungsweise explosionsfähige Saugmedien oder explosionsgefährdete Bereiche vorliegen, muss geprüft werden, welche Schutz- und Zertifizierungsanforderungen für die konkrete Anwendung gelten. Ein ATEX-Industriesauger muss zur jeweiligen Einsatzumgebung und zum Saugmedium passen.
Beginnen Sie mit dem Saugmedium: Was wird abgesaugt, in welcher Menge und unter welchen Bedingungen? Anschließend sollten unter anderem Luftleistung, Unterdruck, Schlauchlänge, Filtertechnik, Sammelsystem, Betriebsdauer und mögliche Sicherheitsanforderungen betrachtet werden. Bei komplexen Anwendungen ist eine individuelle technische Beratung sinnvoll. Delfin bietet hierfür kundenspezifische Absauglösungen an.