Eine Produktionshalle kann auf den ersten Blick sauber wirken und trotzdem können Staubbelastungen vorhanden sein. Feine Partikel können sich auf Oberflächen ablagern oder in der Luft befinden, ohne dass sie unmittelbar sichtbar sind. Für einen sicheren und zuverlässigen Produktionsprozess reicht es deshalb nicht aus, Staub lediglich möglichst schnell zu entfernen.
Bei der Auswahl einer industriellen Absauglösung kommt es auf den gesamten Prozess an. Welcher Staub entsteht? Wo wird er freigesetzt? In welcher Menge fällt er an? Muss er direkt an einer Maschine erfasst oder von Oberflächen aufgenommen werden? Welche Filtertechnik ist erforderlich und bestehen besondere Anforderungen an den Explosionsschutz?
Diese Fragen entscheiden darüber, ob ein mobiler Industriesauger, ein Entstauber, eine maschinenintegrierte Absaugung oder eine zentrale Absauganlage die passende Lösung ist.
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Was genau soll abgesaugt werden?
Am Anfang jeder Planung steht das abzusaugende Material. Denn Staub, Späne, Flüssigkeiten oder Schwebstoffe stellen sehr unterschiedliche Anforderungen an ein Absaugsystem.
In der industriellen Praxis können beispielsweise Metallstäube, Kunststoffpartikel, Holzstäube, mineralische Stäube, pharmazeutische Wirkstoffe oder Lebensmittelstäube entstehen. Auch bei der Bearbeitung von Aluminium oder Titan gelten besondere Anforderungen, insbesondere wenn feine, brennbare Stäube entstehen können.
Für die Auswahl der geeigneten Technik sind unter anderem folgende Eigenschaften relevant:
- Partikelgröße und Staubkonzentration
- Menge des anfallenden Materials
- trockener oder flüssiger Prozess
- abrasive oder klebrige Eigenschaften
- Temperatur des Materials
- gesundheitsgefährdende Eigenschaften
- Brennbarkeit und Explosionsfähigkeit
Diese Faktoren beeinflussen die Konstruktion des Saugers oder Entstaubers ebenso wie die Wahl des Filters, des Sammelsystems und gegebenenfalls des Explosionsschutzes. Ein Industriesauger für grobe Produktionsrückstände kann deshalb für einen feinen, explosionsfähigen Metallstaub ungeeignet sein, obwohl beide Anwendungen zunächst nach „Staub absaugen“ klingen.
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Brauche ich einen Industriesauger oder einen Entstauber?
Industriesauger und Entstauber erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Ein Entstauber erfasst Staub, Partikel, Rauch oder andere Schwebstoffe aus der Prozessluft. Er wird häufig direkt an Maschinen oder Produktionsprozessen eingesetzt, an denen Staub entsteht und möglichst gar nicht erst in die Umgebungsluft gelangen soll. Ein Industriesauger nimmt dagegen Material direkt auf. Dazu gehören beispielsweise Staubablagerungen, Späne, Produktionsreste oder Flüssigkeiten.
Die Unterscheidung lässt sich vereinfacht so zusammenfassen:
Entstauber = Erfassung und Abscheidung aus der Luft
Industriesauger = direkte Aufnahme von Material
In vielen Produktionsumgebungen können beide Systeme sinnvoll miteinander kombiniert werden. Ein Entstauber reduziert die Staubbelastung unmittelbar am Entstehungsprozess, während ein Industriesauger für die anschließende Reinigung und Aufnahme von Ablagerungen eingesetzt wird. Die Wahl hängt daher stark davon ab, wie der Staub im jeweiligen Prozess entsteht und wo er erfasst werden soll.
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Wo entsteht der Staub?
Staub sollte möglichst dort erfasst werden, wo er entsteht. Je weiter sich Partikel in einem Produktionsbereich verteilen, desto schwieriger wird ihre gezielte Erfassung. Eine Absaugung kann beispielsweise direkt an einer Werkzeugmaschine, an einer Bearbeitungsstation oder an einer Abfüll- und Umfüllstelle erfolgen. Bei Prozessen mit starker Staubentwicklung kann zusätzlich eine Raum- oder Bereichsabsaugung erforderlich sein.
Auch bei der Reinigung spielt die Position der Erfassung eine Rolle. Hier wird der bereits abgelagerte Staub nicht aus der Raumluft entfernt, sondern direkt aufgenommen. Für die Planung sollte deshalb zunächst der gesamte Prozess betrachtet werden: An welcher Stelle entsteht der Staub, wie gelangt er in die Umgebung und wo soll er erfasst werden?
Je näher die Absaugung an der Entstehungsstelle ansetzt, desto weniger Material kann sich unkontrolliert in der Produktionsumgebung verteilen.
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Welche Filtertechnik ist erforderlich?
Der Filter bildet einen zentralen Bestandteil jeder Absauglösung. Seine Aufgabe besteht darin, die im Luftstrom enthaltenen Partikel zuverlässig abzuscheiden. Welche Filtertechnik benötigt wird, hängt vom Material und von den Anforderungen des jeweiligen Prozesses ab. Je nach Anwendung kommen beispielsweise Sternfilter, Patronenfilter oder weitere Filterkonzepte zum Einsatz. Für besonders hohe Anforderungen an die Filtration können zusätzliche Fein- oder Sicherheitsfilter erforderlich sein.
Auch die Filterklasse muss zum Einsatzbereich passen. Bei industriellen Anwendungen spielen beispielsweise die Staubklassen L, M und H eine wichtige Rolle. Neben der Abscheideleistung ist die langfristige Funktion des Filters entscheidend. Feine Stäube können die Filterfläche stark belasten und den Luftstrom reduzieren. Deshalb gehören auch Filterfläche und Filterabreinigung zur technischen Auslegung.
Je nach System kommen unterschiedliche Abreinigungskonzepte zum Einsatz. Dazu gehören beispielsweise mechanische Abreinigungssysteme oder automatische Druckluftabreinigungen. Ein geeigneter Filter muss daher nicht nur effizient abscheiden, sondern auch unter den tatsächlichen Betriebsbedingungen zuverlässig funktionieren.
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Besteht eine Explosionsgefahr?
Bei brennbaren Stäuben muss die Absaugung unter Umständen besonderen Sicherheitsanforderungen entsprechen. Feine brennbare Partikel können bei entsprechender Konzentration in Verbindung mit einer Zündquelle eine explosionsfähige Atmosphäre bilden. Damit rückt die ATEX-Bewertung in den Mittelpunkt. Ob eine ATEX-konforme Absauglösung erforderlich ist, hängt unter anderem von den Eigenschaften des Materials, der Staubkonzentration und der jeweiligen Zoneneinteilung ab. Auch die Konstruktion des Absaugsystems muss berücksichtigt werden.
Zu betrachten sind beispielsweise:
- Eigenschaften und Explosionsfähigkeit des Staubs
- vorhandene ATEX-Zonen
- elektrische Komponenten
- mögliche mechanische Zündquellen
- elektrostatische Aufladung
- Erdung
- Filter- und Sammelsystem
- sichere Entleerung
Gerade bei feinen Metallstäuben, beispielsweise aus Aluminium oder Titan, sollte die Anwendung vor der Auswahl eines Industriesaugers oder einer Absauganlage detailliert geprüft werden. ATEX ist damit kein einfaches Zusatzmerkmal eines Produkts. Der Explosionsschutz muss zum gesamten Prozess und zur konkreten Anwendung passen.
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Welche Saugleistung wird benötigt?
Bei der Auswahl eines Industriesaugers wird häufig zuerst auf die Motorleistung geschaut. Für die tatsächliche Leistungsfähigkeit eines Absaugsystems sind jedoch mehrere Faktoren entscheidend.
Dazu gehören insbesondere:
- Volumenstrom
- Unterdruck
- Schlauch- und Rohrleitungsdurchmesser
- Leitungslänge
- Filter
- Anzahl der Absaugstellen
- Eigenschaften des Saugguts
Je nach Anwendung kann beispielsweise ein hoher Unterdruck erforderlich sein, um schweres Material oder Späne zuverlässig aufzunehmen. Bei einer Entstaubungsanlage steht dagegen häufig die ausreichende Luftmenge für eine zuverlässige Erfassung im Vordergrund. Bei zentralen Absauganlagen kommen zusätzlich Druckverluste in den Rohrleitungen und die Anzahl gleichzeitig genutzter Absaugstellen hinzu. Deshalb sollte eine Absauglösung immer anhand der konkreten Anwendung dimensioniert werden. Eine hohe Motorleistung allein garantiert weder eine zuverlässige Stauberfassung noch einen optimalen Betrieb.
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Wie wird der abgesaugte Staub entsorgt?
Mit der Abscheidung des Staubs ist der Prozess noch nicht abgeschlossen. Das abgeschiedene Material muss anschließend gesammelt, entleert und gegebenenfalls sicher entsorgt werden. Dafür stehen je nach Anwendung unterschiedliche Systeme zur Verfügung. Möglich sind beispielsweise Sammelbehälter, Longopac-Systeme oder andere geschlossene Entsorgungslösungen. Bei gesundheitsgefährdenden Stäuben kommt der sicheren Entleerung besondere Bedeutung zu. Das gesammelte Material darf bei diesem Arbeitsschritt nicht wieder unkontrolliert in die Umgebung gelangen. Auch die anfallende Staubmenge sollte berücksichtigt werden. Bei großen Materialmengen kann ein zu kleiner Sammelbehälter zu häufigen Unterbrechungen führen und den Arbeitsablauf unnötig verlangsamen. Das Sammel- und Entleerungssystem sollte deshalb bereits bei der Planung berücksichtigt werden. Es ist ein Bestandteil der gesamten Absauglösung und keine nachgelagerte Detailfrage.
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Ist die Absauglösung für zukünftige Anforderungen geeignet?
Industrieanlagen werden selten über viele Jahre unverändert betrieben. Neue Maschinen kommen hinzu, Produktionsmengen verändern sich oder es werden andere Materialien verarbeitet. Diese Entwicklungen sollten bei der Planung einer Absauglösung berücksichtigt werden. Bei einem einzelnen Arbeitsplatz kann ein mobiler Industriesauger die notwendige Flexibilität bieten. Bei mehreren Maschinen oder einer wachsenden Produktion kann dagegen ein zentrales Absaugsystem mit Rohrleitungen interessant sein.
Je nach Anwendung können auch folgende Fragen relevant sein:
- Lässt sich das System um weitere Absaugstellen ergänzen?
- Kann die Filterabreinigung an steigende Staubmengen angepasst werden?
- Lässt sich das Sammelvolumen erweitern?
- Kann die Absaugung direkt in Maschinen integriert werden?
- Wie aufwendig sind Wartung und Filterwechsel?
- Sind Verschleißteile einfach zugänglich?
Eine gut geplante Absauglösung sollte nicht nur zum aktuellen Produktionsprozess passen. Sie sollte möglichst auch Spielraum für zukünftige Veränderungen bieten.
Sicherheit beginnt bei der richtigen Planung
Eine industrielle Absauglösung ist mehr als ein leistungsstarker Motor und ein großer Sammelbehälter. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Material, Prozess, Erfassung, Luftführung, Filtration, Entleerung und Sicherheitstechnik. Deshalb lohnt sich eine genaue Analyse vor der Anschaffung.
Denn staubfrei ist nicht automatisch sicher. Entscheidend ist eine Absauglösung, die technisch zum Prozess und zu den Eigenschaften des Materials passt.
Delfin Deutschland entwickelt und liefert industrielle Absauglösungen für unterschiedlichste Anwendungen, von mobilen Industriesaugern und Entstaubern über maschinenintegrierte Systeme bis hin zu zentralen Absaug- und Entstaubungsanlagen.
Häufig gestellte Fragen zur Auswahl einer Absauglösung
Die Auswahl des richtigen Industriesaugers hängt unter anderem vom Sauggut, der Materialmenge, Partikelgröße, benötigten Saugleistung und Filtertechnik ab. Bei besonderen Anwendungen müssen zusätzlich beispielsweise Anforderungen an den Explosionsschutz oder die sichere Entsorgung berücksichtigt werden.
Das hängt davon ab, ob durch brennbare Stäube, Gase oder Dämpfe eine explosionsfähige Atmosphäre entstehen kann und welche Zone im jeweiligen Arbeitsbereich vorliegt. Die Anforderungen sollten anhand des konkreten Prozesses und Materials bewertet werden.
Die erforderliche Filterklasse hängt von der Art des Staubs und den Anforderungen der Anwendung ab. Bei industriellen Absaugungen können beispielsweise die Staubklassen L, M oder H relevant sein. Die Auswahl sollte immer auf den konkreten Anwendungsfall abgestimmt werden.
Nein. Neben der Motorleistung sind unter anderem Volumenstrom, Unterdruck, Filter, Schlauch- beziehungsweise Rohrleitungsdimensionierung und die Eigenschaften des Saugguts entscheidend.
Produktionsprozesse, Materialien und Staubmengen unterscheiden sich erheblich. Eine individuelle Auslegung berücksichtigt deshalb unter anderem das Sauggut, die Entstehungsstelle, die benötigte Luftleistung, Filtertechnik, Entleerung und mögliche Sicherheitsanforderungen. Dadurch lässt sich die Absauglösung gezielt auf den tatsächlichen Prozess abstimmen.